Deutsche Artikel

Zusammengesetzte Substantive und ihr Artikel

Wie lang das Wort auch wird – der letzte Teil entscheidet.

Das Deutsche baut neue Substantive, indem es alte aneinanderklebt, und der Artikel kommt immer vom letzten Teil. Das ist die nützlichste Genusregel überhaupt: Ein Wort, das man kennt, gibt allen Wörtern den Artikel, die darauf enden.

Das letzte Wort entscheidet

Ein langes Substantiv liest man von hinten. Alles davor sagt nur, was für eines es ist; das Geschlecht – und der Plural – kommen vom letzten Wort.

  • das Haus + die Tür = die Haustür
  • die Hand + der Schuh = der Handschuh
  • der Sommer + das Kleid = das Sommerkleid
  • das Rad + der Weg = der Radweg
  • die Kranken + das Haus = das Krankenhaus
  • die Donau + das Dampfschiff + die Fahrt + die Gesellschaft = die Donaudampfschifffahrtsgesellschaft

Die Buchstaben in der Fuge

Oft steht zwischen den Teilen ein -s-, -n-, -es- oder -er-. Am Artikel ändert das nichts. Das -s- kommt fast automatisch nach -ung, -heit, -keit, -schaft, -tät und -ion.

-s-
die Arbeit + die Zeit die Arbeitszeit
-s-
die Wohnung + das Amt das Wohnungsamt
-n-
die Straße + die Bahn die Straßenbahn
-es-
der Tag + das Licht das Tageslicht
-er-
das Kind + der Garten der Kindergarten
der Tisch + die Decke die Tischdecke

Wörter, die nur zusammengesetzt aussehen

Sie sind nicht aus dem Wort gebaut, das in ihnen steckt – und holen sich ihren Artikel deshalb auch nicht von dort.

  • das Wort die Antwort
  • der Teil das Urteil
  • der Mut die Armut

-mut geht in beide Richtungen

Dem Wort sieht man die Richtung nicht an. Diese Familie lernt man, statt sie herzuleiten.

  • die Armut
  • die Demut
  • die Anmut
  • die Wehmut
  • die Schwermut
  • die Großmut
  • die Langmut
  • die Sanftmut
  • der Mut
  • der Hochmut
  • der Übermut
  • der Unmut
  • der Missmut
  • der Freimut
  • der Wankelmut

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